Abnehmen

Abnehmen. Es ist jedes Jahr dasselbe. Man kann es nicht mehr hören. Aber sobald man mit mehreren Personen an einem Tisch sitzt und zur Gabel greift, geht es los. Kalorien, Kalorien, Kalorien. Und jetzt ist kurz vor 2022. Morgen oder übermorgen werden die Vorsätze gefasst. Und dann geht es los. Morgen oder übermorgen. Spätestens wenn der Kühlschrank leer ist. Falls man nicht aus Versehen schon wieder einkaufen war, weil man die Haferflocken nicht ohne Milch essen kann. Man ist ja schließlich kein Pferd. Und weil man kein Pferd ist, geht man einkaufen. Und weil man zwei Hände hat, packt man Lebensmittel ein. Und dann wird vielleicht wieder nichts aus dem Vorsatz.

Und wenn man den Vorsatz dann angepackt hat, kriegt man Hunger, schlechte Laune und Kopfschmerzen. Und überhaupt ist das alles so anstrengend. Wenn man es nämlich tatsächlich schafft, sich halbwegs an die Diät zu halten, muss man auch noch Sport treiben. Noch so eine Sache, die stresst, auch wenn sie Stress abbauen soll und es letztendlich tut, wenn man sich dazu durchdringt.

Es gibt Menschen, die das schaffen. Ich habe zwei davon im engsten Familienkreis. Die haben sich gefühlt halbiert und sind jetzt fit wie Turnschuhe. Ich fand die beiden vorher schon super, aber jetzt finden sie sich selbst super und das ist sowieso das Einzige, was zählt.

Ich will den Speck um die Dattel gewickelt, aber nicht an mir

Ich für meinen Teil bin normalgewichtig mit Tendenz zu schlank. Aber … Und jetzt geht es los. Wenn man in die Jahre kommt, verbraucht man weniger, isst aber mehr. Man entwickelt auch Vorlieben für Sahne und solche Dinge. Es bilden sich Pölsterchen auch am schlanken Körper. Ich kann euch sagen, das ist echt Sch… Ich will den Speck um die Dattel gewickelt, aber nicht an mir. Und immer, wenn man etwas will, es aber nicht so einfach bekommt, hat man ein Problem. Aber schon Buddha hat gesagt: Wenn du ein Problem hast, versuche es zu ändern. Wenn du es nicht ändern kannst, mach kein Problem daraus.

Abnehmen, alle Jahre wieder

Abnehmen mit Buddha

Wenn ich mit Buddha gehe, müsste ich also entweder eine Diät versuchen. Oder ich sage: Ich kann es eh nicht ändern, weil: Ich bin zu schwach, zu unwillig, zu müde, zu gestresst, zu hungrig, der Speck liebt mich halt … Was auch immer. Wenn man den Gedanken weiter verfolgt, müsste man dann erst das zugrundeliegende Problem lösen, also den Stress. Denn kriegt man womöglich auch nicht weg. Dann muss man gucken, was den Stress verursacht. Am Ende sind wir bei Gott und an den glauben wir oder eben nicht. So what?

Aber wir wollen trotzdem dünn sein

Oder dünner. Oder einfach nur klasse aussehen. Also wer das abstreitet, der lügt. Kein Mensch will hässlich sein wie die Nacht und kein Mensch will, dass andere einen so angucken. Diese Krönungen der Schöpfung, die glauben, sie hätten den Style mit der Muttermilch eingesogen. Die leise zischeln: Guck dir die fette Qualle an. Boah, hast du den Arsch gesehen? Mann, watt ne Wampe!

Will man nicht hören und die Blicke will man nicht sehen. Aber selbst, wenn man die Blicke nicht sieht, weiß man dass sie da sind. Weil die Welt, in der wir leben nämlich so ist. Ja, unsere schöne Welt ist manchmal echt Scheiße. Und da hilft auch nicht, dass wir alle wissen, dass so mancher eine Menge Kohle damit macht, dass wir armen Schlucker uns ständig zu dick fühlen oder es vielleicht sogar wirklich sind.

Okay. Was ist mein Fazit?

Mir ist es scheißegal (jetzt schreibe ich das Wort schon wieder, aber, verdammte Sch…, ist doch so), ob jemand dick oder dünn ist. Jeder weiß selbst, ob er sich in seiner Haut wohl fühlt oder nicht und es steht NIEMANDEM zu, einen anderen Menschen abzuwerten. Das steht schon im Grundgesetz, aber der Anstand gebietet es auch.

So, und wer jetzt immer noch abnehmen will, der soll es tun. Auch das ist okay. Aber bitte, haltet es mit Franz von Sales. Der soll gesagt haben: Hab Geduld mit allen Dingen, besonders mit dir selbst.

Eure Maja, die sich wahrscheinlich doch wieder langsam und beständig, wie das Wasser, das stetig den Stein höhlt, weiter runden wird *Herzchen*


5 Kilo in 5 Tagen - meine Kurzgeschichte zu dem Thema
Diesen Beitrag teilen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert