Lenia von der Weide: Niemals zuvor Liebe

Jetzt schreibe ich doch tatsächlich an zwei Tagen hintereinander Rezensionen. Aber es gibt wirklich viele gute Bücher, auch wenn die manchmal schwer zu finden sind. Bei manchen wundert man sich, warum die noch kein Verlag entdeckt hat. Bei Lenia von der Weides „Niemals zuvor Liebe“ wundere ich mich darüber. Ich finde es ganz toll.

Lenia von der Weide, Niemals zuvor Liebe
Lenia von der Weide, Niemals zuvor Liebe

Meine Rezension zu „Niemals zuvor Liebe“ von Lenia von der Weide

Die Hauptfigur Elli ist von der ersten Seite an ein durch und durch liebenswerter Mensch. Man möchte sie zur besten Freundin und man kann sich mit ihr identifizieren, da sie Situationen durchlebt, die – bis auf die in der Triggerwarnung im Klappentext erwähnte – so ziemlich jede von uns erlebt haben dürfte. Leider ist Elli die einzige, die nicht zu wissen scheint, was für ein wundervoller Mensch sie ist. Warum das so ist, stellt sich im Laufe des Buches nach und nach heraus und gipfelt in einem sehr emotionalen Finale.

Los geht es damit: Elli ist Single und will das ändern. Was sie dabei erlebt, darum geht es in diesem Buch, das ich in einem Rutsch durchlesen musste.
Warum ich das Buch so mochte?

  1. Wegen Elli. Sie erinnerte mich ein wenig an Bridget Jones, aber ohne das vollkommen Abgedrehte, das eigentlich auch nur im Film so extrem ist. Vielleicht, weil die Autorin gerade am Anfang betont, dass Elli ein Tollpatsch ist. Dabei ist Elli wie Du und Ich. Die Gedanken, die sie sich macht, macht sich vielleicht nicht jede. Aber ich mit meinem Ratterkopf konnte da absolut mitfühlen. Die Autorin hat diese kleinen Dinge des Lebens, die Widrigkeiten, mit denen Frauen so zu tun haben, so treffend beobachtet und auf den Punkt gebracht, das ich ständig Herzchenaugen hatte.
  2. Weil der Roman insgesamt sehr gut geschrieben ist, wie ich finde. Von der Struktur her sowieso, sprachlich ebenfalls, an zwei, drei Stellen ging es mir mal zu schnell und in der Mitte geht’s mit den Sexszenen mal heiß her. Ich fand’s nicht weiter schlimm, aber auch nicht erforderlich, weil es ja doch immer dasselbe ist, wenn es nicht gerade um Dark Romance geht, wo sich jemand einen ganz besonderen Gimmick einfallen lässt. Aber das ist Meckern auf allerhöchstem Niveau. Dieser Roman ist ganz und gar nicht gewöhnlich. Anfangs kam mir der Roman noch wie ein Rundum-Wohlfühl-Paket vor. Das Ende ist # dann Drama pur und auch die ganze Zeit über muss Elli ganz schön leiden. Aber sie ist kein Jammerlappen und ich habe auch gar nicht mit einem derart aufwühlenden Endspurt gerechnet, aber der hat dem Roman die letzte Würze gegeben.
  3. Für mich bestimmt ein Thema diesen Roman durchgehend: Sehnsucht. Die Sehnsucht nach Liebe, so angenommen zu werden wie man ist und genau so geliebt zu werden. Die Geschichte fängt ja damit an, dass Elli Single ist und dies ändern will. Und ich finde, dass die Autorin dieses Sehnsuchtsgefühl, das meiner Meinung nach jeden Single nach einer gewissen Pause zum Ex-Partner befällt, außerordentlich gut beschreibt.

Zwei von vielen Lieblingsstellen: „Eigenartig, wie das Blatt sich wendet, wann man der anderen Seite nähersteht.“ „Warum werde ich nicht geliebt? Was mache ich falsch?“

Mit einem Wort: Toll. Würde ich sofort wieder lesen.

Den Roman gibt es auf Amazon als E-Book und Taschenbuch.

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